Laurin Lehner
· 13.04.2026
Beim Bikepacking, auf einem Mikroabenteuer oder bei einem einfachen Overnighter will man nur das Nötigste dabeihaben. Doch was ist wirklich notwendig – und was schleppt man am Ende umsonst mit? Wer im Sommer durch Deutschland radelt und zufällig jeden Tag perfekte Übernachtungsplätze findet, hat das schwere Zelt umsonst dabei. Hier gilt es abzuwägen: Braucht man wirklich ein drittes T-Shirt oder ein weiteres Paar Socken auf einer Dreitagestour?
Wie so oft kommt die Erfahrung mit der Zeit. Doch nicht jeder muss ins kalte Wasser springen. Deshalb haben wir für alle, die sich diese Saison ein Bikepacking-Projekt vorgenommen haben, eine Liste mit den wichtigsten Dingen zusammengestellt, die auf Tour wirklich dabei sein sollten.
Leicht, kompakt und warm genug für frische Sommertage – so muss ein Schlafsack fürs Bikepacking sein. Der Astro 300 aus Daune bringt alle drei Eigenschaften mit und wiegt dabei gerade mal 800 Gramm. Wer sparen möchte, kann zum Deuter Exosphere +4° greifen. Der Kunstfaserschlafsack hat sich auf der Schwarzwald-Tour bewährt, hält warm, leicht , ist aber etwas schwitziger. Preis: 170 Euro.
Notwendigkeit: 10/10
Wenn es am Abend oder in der Nacht frisch wird, wirkt eine Mütze wahre Wunder. Dabei spielt es keine Rolle, welche Mütze es ist – idealerweise sollte sie sich leicht verstauen lassen. Alternativ tut es auch ein Buff.
Notwendigkeit: 4/10
Die Tikka ist das Urgestein unter den Stirnlampen von Petzl. Die Tikka ist eine einfach zu handhabende Stirnlampe mit den wichtigsten Features: A) Sie ist kompakt und lässt sich schnell in der Jackentasche verstauen. B) Die Core-Variante besitzt einen per Micro-USB aufladbaren Akku. C) Sie bietet verschiedene Leuchtmodi und strahlt im hellsten Modus mit 350 Lumen – das reicht im Notfall sogar für Trailfahrten. Top: Sie verfügt über eine Rotlicht-Funktion, um bei Nacht unauffälliger zu bleiben.
Notwendigkeit: 8/10
Schwitziges Shirt aus, Merino-Shirt an. Es hält warm und sorgt für ein angenehmes Klima – ideal auch als Schlafshirt an frischen Nächten. Ein netter Nebeneffekt: Merino müffelt nicht so schnell. Wir empfehlen ein Modell mit Materialmix, da es sich angenehmer trägt, leichter ist und schneller trocknet. Der Merino-Anteil sollte bei etwa 50–70 Prozent liegen, zum Beispiel beim Smartwool Classic All-Season Merino Base Layer L/S Boxed. Preis: 90 Euro. Wer es gerne wärmer hat, greift zum Modell auf dem Foto: Smartwool Thermal aus 100 % Merino. Preis: 115 Euro.
Notwendigkeit: 6/10
Genau wie beim Schlafsack geht es bei der Isomatte um den Spagat zwischen Packmaß, Komfort und Preis. Spoiler: Der Preis ist ordentlich – die NeoAir ist superleicht, aber leider auch superteuer: 250 Euro! Die Matte auf dem Foto hat bereits mindestens 70 Übernachtungen hinter sich und ist rund zehn Jahre alt. Die Nachfolgematte soll fünfmal leiser sein als das Vorgängermodell. Für die neue NeoAir XLite-Serie hat Therm-a-Rest unter anderem einen akustischen Laborraum genutzt, um Geräusche zu testen. Zusätzlich ist die Matte einen Zentimeter dicker geworden – bei nahezu gleichem Gewicht.
Notwendigkeit: 8/10
Schneiden, ziehen, säbeln: Das Tool ist super für Overnighter, zum Rotwein entkorken, Käse und Brot schneiden oder Spreißel entfernen. Auf die meisten Anforderungen hat es eine Lösung parat – und es ist in etlichen Varianten erhältlich. Tipp: Eine Schnur am Messer hilft, es im Rucksack oder unterwegs schneller zu finden.
Notwendigkeit: 6/10
Eigentlich ist ein Biwaksack fürs Notfallszenario gedacht. Das heißt: Du wickelst dich hinein, wenn die Kälte dir das Leben aus der Seele saugen will. Der Bivy Pro ist winddicht, und eine Silberbeschichtung auf der Innenseite reflektiert im Ernstfall die Körperwärme. Auch ohne Notfall macht er Sinn: Einfach unter den Schlafsack gelegt, sorgt er für zusätzliche Isolierung und schützt vor Feuchtigkeit. Kein absolutes Must-Have, aber definitiv praktisch.
Notwendigkeit: 2/10
Je mehr Kleidungsstücke, desto weniger Platz in den Taschen. Deshalb lieber ein wärmeres Modell – so reicht die Kombination aus Merino-Langarmshirt und Jacke aus. Zum Beispiel die Piz Duan von Ortovox: Sie ist mit Schurwolle von Schweizer Schafen gefüllt, liegt angenehm auf der Haut und ist dazu noch sehr leicht. Geht natürlich auch günstiger.
Notwendigkeit: 8/10
Ohne Navi am Lenker geht leider nichts. Hier wird die Route aufgespielt – und dann kann es losgehen. Das Dura von Coros beeindruckt mit einer Akkulaufzeit von 120 Stunden. Noch besser: Mini-Solarpanele liefern zusätzlich Strom. Auf Sommertouren blieb der Akku in der Praxis konstant über 90 Prozent. Bedient wird das Dura über ein kleines Drehrädchen an der Seite, es passt auch auf Garmin-Halterungen. Preislich liegt es unter vergleichbaren Geräten namhafter Konkurrenz. Gewicht: unter 100 Gramm. Haben wir uns trotzdem hin und wieder verfahren? Ja, haben wir.
Notwendigkeit: 8/10
Ohne Regenbekleidung wird es schnell zäh – und kalt. Wer sich nicht auf lange Regenfahrten einstellen möchte, sollte sich auf eine Regenjacke beschränken (keine Hose) – idealerweise eine, die leicht zu verstauen ist und eine Kapuze hat. Zum Beispiel die 2,5-lagige Exolorair Light Dyro von Scott. Wasserdichtigkeit: bis 15.000 mm.
Notwendigkeit: 7/10
Ob Zelt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden. Die Vor- und Nachteile sind bekannt: Kein Zelt bedeutet weniger Gewicht und mehr Stauraum – auch am Lenker. Vorteile eines Zeltes: Du bist bei Schauern geschützt, sicher vor Stechmücken und hast deine Privatsphäre. Unser Fazit zum Hubba Hubba: Der Aufbau ist selbsterklärend, und es steht selbst bei böigem Wind stabil. Mit 1.085 Gramm ist es leicht, aber nicht ultraleicht in seiner Kategorie. Auch beim Preis gibt es deutlich günstigere Alternativen. Positiv: Es lässt sich problemlos am Lenker verzurren.
Notwendigkeit: 2/10 (je nach Wetterlage)
Irgendwo muss der ganze Kram ja hin – ohne Arschrakete geht es kaum. Sie ist wasserdicht, hat genug Stauraum und überzeugt durch gute Handhabung.
Notwendigkeit: 10/10
Beispiel für eine drei- bis sechstägige Bikepacking-Tour.

Redakteur