2001 stellte der Spanier einen Weltrekord auf: den höchsten Vertical Drop-Off mit dem BMX (über vier Meter). Zweimal wurde David Cachon Weltmeister im MTB-Trial, bevor er sich ganz auf Bike-Abenteuer konzentrierte. Heute jagt er Trails in Jordanien, Marokko, der Mongolei und vielen anderen Regionen der Welt. Seine Erlebnisse dokumentiert er in Filmclips und Fotostorys. Am liebsten fährt er jedoch in den heimischen Pyrenäen, wo er mit seiner Familie lebt.
David Cachon beherrscht so ziemlich alles mit zwei Rädern: BMX, Motorcross, Gravelbike, Downhiller, Trail-Bikes oder natürlich sein Mountainbike.
Mit wem würdest du gern einen Tag lang das Leben tauschen – und warum?
Ich bin extrem neugierig. Mir fallen da viele ein. Ich könnte zum Beispiel Donald Trump sagen oder Astronaut Alexander Gerst. Doch am meisten interessiert mich, wie der Alltag von Rapper Snoop Dogg aussieht: mit wem er sich umgibt, was er macht, was er frühstückt. Den Rest überlasse ich der Fantasie.
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Welcher Film bringt dich zum Lachen?
Ich mag eigentlich eher Horror und Sci-Fi, aber ein Klassiker bringt mich immer noch zum Lachen: Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (im Orginal “Airplane”). Und dank meiner Kinder habe ich Shrek wiederentdeckt – ehrlich gesagt auch ziemlich witzig.
In welchem Land hättest du gern ein zweites Zuhause?
Miami. Multikulturell, unternehmerisch, mit starker lateinamerikanischer Community – ein Ort, an dem ich mir gut vorstellen kann, einen Teil des Jahres zu verbringen.
Was war die größte Herausforderung deines Lebens?
Sportlich sicher meine frühen Jahre im Mountainbike-Trials mit zwei Weltmeistertiteln – mental wie körperlich extrem fordernd. Aber im Leben insgesamt war die größte Herausforderung, Vater von Zwillingen zu werden. Hart, wunderschön, lebensverändernd.
Was macht dich glücklich?
Ein einfaches Lächeln oder eine freundliche Geste von Fremden. Das gibt mir das Gefühl, dass es noch Hoffnung für die Menschheit gibt.
Welche Erfahrung hat dein Leben am meisten geprägt?
Da gibt es zwei große. Erstens: meine jungen Jahre, in denen ich mit dem Bike um die Welt reiste, an Wettkämpfen und Shows teilnahm – oft ohne Geld. Das hat mir alles beigebracht: über Menschen, Arbeit, Werte, sogar über Geld.
Und zweitens: Vater zu werden. Niemand bereitet dich darauf vor, wie sehr Kinder dich verändern. Diese Liebe ist anders – tiefer, stärker, kaum zu erklären.
Wo gehst du am liebsten Biken?
Ja, ich schiele oft zu den hohen Bergen in den Alpen und Dolomiten. Doch am liebsten gehe ich in die Pyrenäen. Sie liegen nah an meinem Wohnort und sind komplett “underrated”. Weil, wild, oft noch richtig einsam und voller unglaublicher Landschaften. Von den Supertrails ganz zu schweigen.
Schaust du Serien? Welche gerade?
Ich bin süchtig nach mancher Serie. Fast jeden Abend schaue ich eine Folge vor dem Schlafengehen. Zuletzt die neusten Staffeln von: Stranger Things und Es: Willkommen in Derry.
Was darf in deinem Kühlschrank nicht fehlen?
Griechischer Joghurt und süß-saure Gurken.
Was ärgert dich wirklich?
Menschen ohne Empathie. Und Egoismus, der nur auf den eigenen Vorteil zielt.
Welchen Traum hast du aufgegeben?
Längere Zeit in verschiedenen Ländern zu leben. Früher wollte ich ein Jahr hier, ein Jahr dort verbringen. Mit Familie ist das nicht mehr realistisch – aber dafür gibt es andere, schönere Träume.
Welche Gewohnheit solltest du ablegen – und welche dir aneignen?
Ich sollte weniger Kaffee trinken – das habe ich immerhin schon etwas reduziert. Und ich sollte dringend organisierter werden. Das habe ich noch nicht geschafft. Ich bin pures Chaos.
Was war deine größte Mutprobe?
Ein Dreh auf einer Klippe in Malta. Ich musste mit hoher Geschwindigkeit durch eine extrem enge Stelle fahren – kaum breiter als mein Lenker. Ein kleiner Fehler, und ich wäre viele Meter in die Tiefe gestürzt. Ich habe die wirkliche Gefahr erst danach richtig realisiert.
Was hast du im Leben verpasst?
Ich glaube: nein. Ich war immer frei, neugierig, offen. Ich habe vieles ausprobiert, erlebt und daraus gelernt – und nichts unvollendet gelassen.
Was war der beeindruckendste Stunt, den du je gesehen hast?
Es war kein Trick an sich, sondern der Sprung, der riesig war, technisch brutal. Es war in Peynier, Frankreich. Der Sprung sah für uns alle unmachbar aus. Luis Lacondeguy zögerte keinen Moment und zog beim ersten Versuch einen Backflip. Das hat mich komplett umgehauen. Fetter Respekt an Luis!
Welcher Edit hat dich zuletzt beeindruckt?
Der The Collective (ROAM)-Part mit dem Song „Two Shoes“ von The Cat Empire. Einer der emotionalsten Mountainbike-Edits überhaupt – pure Vibes, pure Gemeinschaft.
Welches deiner Fun-Tools liegt dir besonders am Herzen?
Oh Boy, da gibt es so viele. Wenn ich mich auf zwei beschränken muss: mein Offroad-Motorrad und mein Snowboard.
Wofür brauchst du mehr Zeit?
Zum Lernen, Reisen, neue Sportarten ausprobieren – und die Welt sehen.
Gibt es etwas, das du gar nicht kannst?
DIY. Oh je, bin ich schlecht im Handwerkeln, so übel. Ich hasse es – und brauche immer einen handwerklich begabten Freund, der mir beisteht. Nein, nicht beisteht – hilft. Am besten, er macht es gleich selbst.
Wo bleibst du auf Instagram oder YouTube hängen?
Bei Urbex: verlassene Orte erkunden. Davon kann ich nicht genug kriegen. Es fühlt sich an wie Schatzsuche in der Zeit.
Wie entspannst du dich am besten?
Mit einem Nickerchen, einer Siesta. Typisch spanisch – vor allem im Sommer pure Erholung.
Wofür würdest du viel Geld ausgeben?
Für alles, was fährt, fliegt oder gleitet: Autos, Motorräder, Bikes, Boards, Skier, Kletterausrüstung.