Grip-Monster aus JapanShimano bringt neue Saint- und XT-Flat-Pedale

Stefan Frey

 · 13.04.2026

Mit den brandneuen Saint und Deore XT Pedalen läutet Shimano eine neue Ära im Bereich seiner Plattform-Pedale ein.
Foto: Shimano
Eingefleischte Klickpedal-Fans schwören seit Jahrzehnten auf Shimanos SPD-System. Doch wer im Bikepark, auf der Downhill-Strecke oder technischen Enduro-Touren maximale Freiheit am Fuß sucht, greift zu Flat-Pedalen. Mit dem neuen Flaggschiff Saint PD-G8040 und dem Arbeitstier Deore XT PD-M8240 rollen die Japaner nun zwei Plattform-Pedale an den Start, die in Sachen Haltbarkeit und Grip neue Maßstäbe setzen wollen.

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Robust und funktional - diese beiden Begriffe kreisen einem direkt durch den Kopf, wenn man an Pedale von Shimano denkt. Doch maximaler Grip im Gelände gehörte bisher nicht zu den absoluten Kernkompetenzen der japanischen MTB-Pedale. Das soll sich nun ändern. Bisher war klar: Wenn Shimano eine neue Komponente mit dem „Saint“-Logo adelte, wussten Gravity-Enthusiasten sofort, hier geht es nicht um Leichtbau-Rekorde, sondern um pure Zerstörungs-Resistenz. Die neuen SAINT PD-G8040 sowie die DEORE XT PD-M8240 gehen einen Schritt weiter und wollen mit einer gewaltigen Standfläche von 121 x 110 mm selbst bei Schuhgröße 48 noch genügend Standfläche bieten, um in ruppigen Sektionen nicht den Kontakt zu verlieren. Neu designte Pins sollen das Grip-Niveau auf ein neues Level hieven.

Shimano Saint & XT: Die inneren Werte zählen

Besonderes Augenmerk legten die Ingenieure auf die konkave Standfläche. Beide Modelle verfügen über eine doppelt konkave Plattform, die den Schuh förmlich ins Pedal einsinken lässt. Das soll für ein Standgefühl sorgen, das man sonst nur von Klickpedalen kennt. Während die Saint-Variante mit einer zusätzlichen Verbundstoff-Gleitplatte (Skid Plate) ausgestattet ist, um Felskontakte geschmeidig wegzustecken, richtet sich das DEORE XT eher an Enduro- und Trail-Rider, die eine zuverlässige, wartungsfreundliche Lösung für den harten Alltag suchen.

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Ein cleveres Detail für Individualisten: Shimano liefert beide Pedale direkt mit zwei Pin-Längen (3 mm und 6 mm) sowie dem passenden Werkzeug aus. So lässt sich das Level an „Biss“ je nach Vorliebe und Einsatzbereich anpassen.

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Der Check: Wo glänzen die neuen Flats – und wo nicht?

Vorteile:

  • Grip-Niveau: Die dual-konkave Form in Verbindung mit 10 Pins pro Seite soll sich förmlich an die Sohle saugen.
  • Service-Wunder: Typisch Shimano sind die Achsen und Buchsen extrem robust und – falls doch mal nötig – mit Standardwerkzeug voll wartbar.
  • Standfestigkeit: Das flache Profil und die abgeschrägte Plattform sorgen für viel Bodenfreiheit, während die breite Standfläche für enorme Stabilität sorgt.
  • Haltbarkeit: Die Kombination aus geschmiedetem Aluminium und stoßfesten Pins ist für den harten Einsatz im Gravity-Bereich gebaut.

Nachteile:

  • Gewicht: Mit 393g (Saint) bzw. 423g (XT) sind die Pedale keine Leichtgewichte. Wenn jedes Gramm zählt, findet man bei der Konkurrenz teils leichtere (aber oft teurere) Optionen.
  • Farbwahl: Traditionell hält sich Shimano mit Eloxal-Experimenten zurück – wer "Bling-Bling" in Neonfarben sucht, wird hier enttäuscht.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Plattform: Extra breit (121 x 110 mm) für maximale Kontrolle.
  • Profil: Dual-konkaves Design für besseren Stand im Pedal.
  • Pins: 10 austauschbare Pins pro Seite (3 mm & 6 mm Optionen inklusive).
  • Lagerung: Bewährte Shimano Achs- und Buchsenkonstruktion, voll wartbar.
  • Gewicht: Saint (393g) / XT (423g).
  • Besonderheit (Saint): Integrierte Skid Plate aus Verbundstoff für harten Impact-Schutz.
  • Preise: 204,95 Euro (Saint) / 154,95 Euro (Deore XT)

Marktanalyse: Was bietet die KonkurrenzChromag Dagga?

Shimano tritt in ein hart umkämpftes Segment ein. Wer sich nicht für die Japaner entscheiden kann, sollte einen Blick auf diese bewährten Alternativen werfen:

  1. Chromag Dagga: Felsenfester Stand und zuverlässiger Grip – damit gehörten die Chromags zu den Favoriten in unserem letzten Test. Gewicht: 493 Gramm; Preis: 165 Euro
  2. Crankbrothers Stamp 7: Der Klassiker unter den Flats. In zwei Größen erhältlich (Small/Large) und extrem flach bauend. Preislich im ähnlichen Segment, aber oft etwas leichter. Minimales Gewicht bietet das Stamp 11 mit nur 331 Gramm. Preis: 300 Euro
  3. DMR Vault: Die Legende in Sachen Konkavität. Viele Profis schwören seit Jahren auf den hohen Grip des Vaults, das zudem in unzähligen Farben erhältlich ist. Preis: 122 Euro
  4. Hope F22: Das Fräskunstwerk aus England. Wer auf perfekte CNC-Optik und überragende Lagerqualität steht, findet hier eine edle Alternative, die allerdings preislich etwas höher ansetzt. Preis: 154,99 Euro

Fazit der Redaktion

Mit den neuen Saint- und XT-Flat-Pedals liefert Shimano genau das, was die Fans erwarten: Unzerstörbare Hardware, die ohne viel Schnickschnack funktioniert. Wer Wert auf Langlebigkeit und erstklassigen Service legt, kommt an den neuen Modellen kaum vorbei. Dank neuer Form und neuem Pin-Design könnten die Shimano Flat-Pedale nun auch endlich in Sachen Grip zur Konkurrenz aufschließen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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