In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit gekennzeichnet. Mehr erfahren.
Schwalbes neuer Romy ist ein spannender Reifen für eine breite Zielgruppe. Der Vorgänger Hans Dampf war - wenn überhaupt - als Hinterreifen beliebt. Romy ist da deutlich vielseitiger. Auch vorne und auf anspruchsvollen, teils nassen Trails hatten wir damit richtig Spaß. Dabei ist der Reifen noch leicht genug und rollt ordentlich. Empfehlung auch für lange Touren, ein ordentlicher Trail-Anteil vorausgesetzt.
Bislang stand man beim Aufbau eines Trail- oder All-Mountain-Bikes mit Schwalbe vor einem Dilemma: Entweder man wählte einen eher zahmen All-Mountain-Reifen wie den Nobby Nic mit guten Rolleigenschaften. Oder man griff gleich zu schweren Reifen wie Magic Mary oder Albert, die eigentlich fürs Enduro entwickelt wurden.
Genau diese Lücke will Schwalbe nun mit dem Romy schließen. Schwalbe will damit das englische „to roam“ dt. „umherstreifen“ assoziieren. Genauer heißt es sogar „die“ Romy, ist ja schließlich ein Frauenname. Der neue Trailreifen soll viel Fahrspaß bergauf wie bergab bieten – als vielseitiger Alleskönner für Touren mit anspruchsvollen Trails, der sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad funktioniert.
Das Profildesign des Romy spiegelt diese Philosophie wider: Aggressive Schulterstollen sorgen für mehr Grip in Kurven. Gleichzeitig bleibt das Mittelprofil eng gesteckt mit relativ niedriger Profiltiefe für ein gutes Rollverhalten und hohe Haltbarkeit. Diese Mischung soll Kontrolle und Vielseitigkeit optimal verbinden. Der Romy ist also etwas leichter als klassische Gravity Reifen von Schwalbe und rollt besser. Für Trail-Bikes, und All Mountains, denen der Nobby bislang doch etwas zu zahm war, soll das der ideale Kompromiss sein.
Romy gibt es in einer ganzen Reihe von Varianten. Nach Schwalbes neuer Reifenlogik (hier im Überblick) sowohl für den Trail, als auch für den Gravity-Einsatz. Die Versionen mit Radial-Karkasse bieten eine größere Auflagefläche für mehr Grip, Sicherheit und Dämpfung aber auch einen erhöhten Rollwiderstand. Die klassische Diagonal-Karkasse ist die richtige Wahl, wenn minimaler Rollwiderstand und maximale Effizienz im Vordergrund stehen. Durch die Wahl unterschiedlicher Gummimischungen (Mid oder Soft) kann man den Einsatzbereich des Reifens feintunen.
Mit Gewichten ab circa 1.000 Gramm positioniert sich der Romy genau dort, wo er hingehört: Er ist etwa 100 Gramm schwerer als ein Nobby Nic, aber auch fast 100 Gramm leichter als der Albert, bei vermutlich besserem Rollwiderstand. Die leichteste Version Romy Race Pro in 29x2.40 soll ab 970 Gramm wiegen.
*Legt die Zahlen nicht auf die Goldwaage. Kein Reifen wiegt genau wie der andere. Varianzen von +/- 5 Prozent sind die Regel, nicht die Ausnahme. Wir haben bei allen außer dem Romy Trail ohne Radial mindestens zwei Reifen gewogen und bilden den Mittelwert ab.
Der Romy ist in vier Ausbaustufen des neuen Schwalbe-Portfolios erhältlich: Der günstige Romy Trail (44,90 Euro) ist der Preis-Leistungs-Kracher mit den hochwertigen Soft- und Mid-Compounds, die früher der teuren Evolution Line vorbehalten waren. Guter Grip und zuverlässiger Pannenschutz zum Einstiegspreis sollen die Merkmale sein.
Die teurere Trail Pro Version (69,90 Euro) gibt’s in viel Auswahl in 29 und 27,5 und 2,4 und 2,5 Zoll. Radial kostet fünf Euro Aufpreis. Wer mehr Pannenschutz will, zum Beispiel am Enduro-Hinterrad greift zum Romy Gravity Pro (74,90 - 79,90 Euro). Romy Race Pro (69,90 Euro) gibt’s nur in 29 x 2,4 Zoll und mit Mid Compound.
Die Verfügbarkeit nochmal im Überblick: Den Romy gibt es in den Größen 27,5x2.40, 29x2.40 (auch Radial), 27,5x2.50 (nur Radial) und 29x2.50 (nur Radial) – alle als Tubeless-Ready-Faltreifen mit E-Bike-Zulassung.
Beim Presscamp in Molini di Triora und auf unseren Hometrails konnten wir schon einige Runden mit dem neuen Romy fahren. Dabei kamen sowohl griffige Radial-Varianten als auch klassische Reifen mit Diagonal-Karkasse und Soft-Compound vorne sowie schnellerem Mid-Compound hinten zum Einsatz.
Klar ist: Der Romy ist bergab eine andere Liga als der Nobby Nic und vermittelt gerade Radial wesentlich mehr Vertrauen. Damit kann man auch auf anspruchsvollen Enduro-Trails ordentlich reinhalten. Die hohen Schulterstollen bringen tatsächlich viel Kurvengrip ungefähr auf Albert-Niveau. Im Grenzbereich reißt der Grip nie überfallartig ab.
Das Umlegen des Reifens auf die Seite braucht wegen der unterschiedlichen Stollenhöhe etwas Einsatz, aber keineswegs so viel wie zum Beispiel beim bisherigen Tacky Chan. Auch auf der Bremse beißt der Romy herzhaft zu. Nasse Steine und Wurzeln waren kein Problem, nur wie der Reifen in tiefem Matsch funktioniert, konnten wir noch nicht probieren. Hier könnte das geschlossene Profil an seine Grenzen kommen. Dafür rollt der Romy noch gut. Den Unterschied zu einem zahmeren Reifen wie Nobby Nic oder gar Wicked Will am Hinterrad merkt man aber schon.
Wie gut der Romy auch auf Enduro-Trails funktioniert, hat mich überrascht. An einem aggressiven Abfahrtsbike würde ich bedenkenlos zugreifen, gerade am Hinterrad und vielleicht dem neuen Tacky Chan Ultrasoft vorne. Aber auchüber Romy/Romy wäre ich nicht traurig. An einem Trailbike macht der Romy vorne sowieso eine gute Figur. Eventuell in Kombi mit einem schnelleren Hinterreifen, je nach Vorliebe.

Redakteur